Holzwurm Nr. 38 – Klimaschonend und energieeffizient Bauen mit Holz

Klimaschonend Bauen

Die Klimaerwärmung ist eine der drängendsten globalen Herausforderungen. In der Architektur und im Bauwesen spielt deshalb ein nachhaltiger und zugleich energie- und kohlenstoffeffizienter Einsatz von Rohstoffen und Produkten eine entscheidende Rolle. Holz erweist sich als Material der Wahl, um die Energie- und Klimabilanz des Schweizer Gebäudeparks nachhaltig zu verbessern. Lesen Sie in diesem Holzwurm einige Gründe dafür.

Holzbauten bremsen den Anstieg von CO2

Die Schweiz verbraucht grosse Mengen an Öl und Gas und emittiert damit Kohlendioxid (CO2). Dieses CO2 macht über 80% der von unserem Land ausgestossenen Treibhausgase aus. Mit der Emission von CO2 verstärken wir die Erwärmung unserer Atmosphäre und gefährden Klima sowie Umwelt. Bäume binden dagegen mit ihrem Wachstum über den Vorgang der Photosynthese Kohlendioxid. Der Kohlenstoff aus dem Treibhausgas wird für den Holzaufbau verwendet; der Sauerstoff wird wieder an die Umgebung abgegeben.

Allerdings darf man daraus nun nicht den Schluss ziehen, dass man also im Kampf gegen den Treibhauseffekt den Schweizer Wald am besten unendlich wachsen lassen sollte. Der dauerhafteste CO2-Speicher heisst nämlich nicht Wald, sondern Wald und Holz. Jeder genutzte Stamm schafft Platz für neue Bäume und vermehrt den Kohlenstoff-Speicher im Holz. Wird Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft, in Produkte wie Häuser, Möbel oder Papier verwandelt, so bleibt der einmal vom Baum gebundene Kohlenstoff dem natürlichen Kreislauf entzogen und wird erst beim Rückbau des Gebäudes oder beim Verbrennen des ausgedienten Holzes wieder freigesetzt. Jeder genutzte Stamm schafft Platz im Wald für neue junge Bäume und vermehrt den gespeicherten Kohlenstoff im Holz. Ohne Holznutzung  wird der gespeicherte Kohlenstoff durch Zersetzung der Bäume ungenutzt wieder als CO2 an die Atmosphäre abgegeben. Jede nachhaltige Holznutzung bremst  den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre und damit den Treibhauseffekt.

Zahlen und Fakten: 

  • Die innerhalb der Schweiz, in die Atmosphäre ausgestossene Menge an Treibhausgasen entspricht 47,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (nicht eingerechnet ist der internationale Flug- und Schiffsverkehr). Dies entspricht einem Treibhausgas-Ausstoss von 5,6 t pro Kopf, davon CO2: 4,5 t. (2017)
  • In unserem Gebäudepark lagert netto ungefähr ein Schweizer Jahresausstoss an CO2 in Form von Holz. Bedenkt man, dass der Marktanteil von Holz am Bau erst bei etwa 15% liegt, wird klar, dass dieser CO2-Speicher mit einer vermehrten Holz-Anwendung noch wesentlich wachsen könnte.
  • In einem einzigen Einfamilienhaus mit etwa 200 Quadratmeter Wohnfläche in Holzbauweise stecken 35 bis 40 Tonnen CO2.
  • Ein Kubikmeter Holz wiegt durchschnittlich 500 Kilogramm. Zur Hälfte besteht das Holz aus Kohlenstoff. Wird Kohlenstoff in CO2 umgewandelt entsteht aus einem Kilogramm Kohlenstoff ca. 3,67 Kilogramm CO2. 250 Kilogramm Kohlenstoff ergeben 917 Kilogramm CO2. So kommt man auf ca. 1 Tonne CO2 pro Kubikmeter Holz. (Berechnung: Arno Frühwald, Universität Hamburg)

So viel CO2 ist in Holz gebunden:

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Bilder: STUBER & CIE AG, istockphoto.com

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